one girl – one year – a thousand stories

Sophie goes to Charleston, SC

Jesus Christ….

September14

Ok…die meisten von euch wundern sich jetzt wahrscheinlich ziemlich, wenn ich erwähne, dass ich hier jetzt regelmäßig in die Kirche gehe…jaja! Hört nur her! jeden Sonntag! nicht nur Weihnachten und jedes zweite Jahr an Ostern…!

Der Kirchgang hier ist eine ganz neue Erfahrung für sich. Nachdem man am sonntag morgen endlich alle Kinder gefüttert, eingekleidet und in den 12-Sitze-Van verfrachtet hat, macht man sich, natürlich wie immer viel zu spät, auf den Weg nach Mt Pleasant zur Sea Coast Church, wo wir den Segen Gottes entgegennehmen wollen. Das mit dem Einkleiden ist übrigens nicht immer so einfach im Stress, neulich haben wir Noahs Schuhe vergessen…ein kleines bisschen peinlich xD

Schon von außen hat unsere Kirche hier nichts mit denen gemein, die ich in Deutschland mehr oder weniger oft besucht habe. Natürlich gibt es hier auch die “klassischen” Kirchen, mit Glockenturm und Flügeltüren und so….aber diese Kirche ist, wie meine Gastfamilie mir erklärte, “modern”!

Das könnte erklären, warum sie mich, sowohl von außen als auch von innen, eher an ein Kino erinnert…Rezeption, Cafeteria, alles vorhanden.

Der Nächste Schritt fürt dann erstmal zu den diversen Kindergruppen, in denen man diese praktischer Weise “abgeben” kann und in denen auch die Kleinsten spielerisch und altersgerecht an die Bibel, den Glauben und die christlichen Werte herangeführt werden.

ja, und dann geht die große Suche nach Sitzplätzen los…zumindest das ist in Kinos wesentlich einfacher! Denn die Kirche ist groooooß und die Menschen viele….

Der Pastor predigt in dieser Kirche nicht wie bei uns von einer Kanzel, sondern von einer Bühne aus. Hat man das pech, nur noch einen Sitzplatz in der “Kapelle” erwischt zu haben, kann man ihn auf einer Leinwand bewundern. Auch im großen Saal gibt es aber eine Leinwand, damit auch wirklich jeder alles sehen kann!

Bevor man den Saal betritt, kriegt man übrigens einen kleinen Zettel ausgehändigt, auf dem man lückentextartig die wichtigsten Stichpunkte der Predigt notieren kann. Diese werden auch auf der Leinwand eingeblendet, die einzusetzenden Wörter in unterstrichener Form.

Wenn es dann ans Singen geht, schaut sich das ahnungslose deutsche Mädchen ganz umsonst nach Gesangbüchern um. Auch hier tut die Leinwand ihren Dienst ganz hervorragend! Auch eine Orgel sucht man hier vergebens, diese wird souverän von einer Liveband ersetzt.

Während des Gesanges empfängt man auch das Abendmahl und kann sich außerdem die zeit nehmen, seine ganz persönlichen Bitten und Gebete auf kleine Zettel zu schreiben und an ein großes hölzernes Kreuz zu heften, sowie eine Kerze für diejenigen anzuzünden, die in ihrem Leben ein kleines Licht suchen, seien es Fremde oder Freunde, persönliche Schmerzen oder allgemeines Leid.

Alles in allem ist es sehr viel einfacher, der Predigt aufmerksam zu folgen die musikalischen Einlagen sind um einiges mitreißender und kräftiger.

Ich persönlich vermisse den traditionellen Aspekt jedoch schon ein bisschen, was allerdings auch daran liegen könnte, dass er mich aufgrund meiner sporadischen Kirchenaktivität so sehr an Weihnachten erinnert.

Achja, und wenn das Auto mal kaputt ist, kann man den Gottesdienst getrost online verfolgen ;)

« Older Entries