Di Feb 19, 2008 7:53 am
[
Stimmung: Happy ]
14.02. Valentinstag und 15.02.-17.02.08 Mt. Hood Winter Retreat
So jetzt kann ich euch endlich mal wieder was tolles berichten.
14.02. Valentinstag:
Also wie ja denk ich allgemein bekannt ist wird das hier in Amerika ziemlich groß gefeiert. Nicht nur Verliebte schenken sich was, sondern alle. Die Schulkinder bringen Sticker und Süßigkeiten mit in die Schule und verteilen sie dort (sogar die Preschooler). Patti und Mike sind zusammen Essen gegangen und als sie heimkamen hatten wir noch ne kleine Valentins Party. Jeder hat was bekommen. Ich selbst habe einen großen, süßen, weichen, tollen Plüschhund bekommen, der eine Plüschbuchstabenkette im Mund hat auf der „Love“ steht. So goldig. Ich hab ihn Michi getauft. Jetzt hab ich wenigstens einen guten Kuschelersatz
Außerdem hab ich noch Pralinen bekommen, die in der tollsten Schachtel drin sind, die ich jemals gesehen hab! Es ist eine große Schachtel in Herzform und der Deckel ist aus einer richtigen Jeans gemacht! So cool! Und auf dem Gürtel steht „Perfect Fit“. Die Schachtel ist echt klasse! Hab mich voll gefreut über die Sachen. War echt neu für mich so den Valentinstag zu feiern. Aber war toll.
Sogar Kseniya hat mir einen kleinen süßen Bär und ne Karte geschenkt. So lieb.
15.02.-17.02.08 Mt. Hood Winter Retreat:
Ich war von Freitag bis Sonntag mit Studenten von Patti’s Kirche auf dem Mt. Hood.
Freitagmorgen bin ich um 5 aufgestanden und Patti hat mich zum Treffpunkt gefahren. Dort habe ich dann Kseniya getroffen, die auch mitgegangen ist.
Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden und schon waren wir auf dem wunderschönen Mt. Hood. Das Wetter war herrlich. Sonnenschein und hellblauer Himmel, angenehm warm. Echt toll! Für Freitag war Snowboarden/Ski fahren geplant. Ich war gespannt, ob ich noch snowboarden konnte, weil ich das letzte Mal vor 2 Jahren boarden war und eben vor 2 Jahren hab ich es erst gelernt. Kseniya hat bisher nur Langlauf gemacht, aber sie wollte unbedingt snowboarden gehen. Gesagt getan. Unsere erste Station war der Snowboard/Ski Verleih. Während der Mann mir mein Board startklar gemacht hat kamen wir ins Gespräch und ich hab ihm halt erzählt was ich hier in Amerika mache usw. und er meinte daraufhin, dass das witzig sei, weil er vor 3 Jahren seine Frau kennen gelernt hat, die auch Au Pair war. Ja ja…Au Pairs erobern die Welt *g*
Dann musste ich ihm noch sagen welcher Fuß bei mir beim Boarden vorne ist („I’m goofy“
) konnte es losgehen.
Kseniya, ich und en Typ von unserer Gruppe wollten zusammen runterfahren. Ich hatte am Anfang selbst Probleme mich an all das zu erinnern, was ich gelernt hab. Aber nach ner Weile ging es zum Glück wieder. Ich wollte Kseniya helfen es zu lernen, aber das ist leichter gesagt als getan. Sie ist jedenfalls die meiste Zeit einfach nur den Berg runtergekugelt. Der Typ, Darrin, hat uns auch bald verlassen, weil es ihm zu langsam ging. Und irgendwann sind wir sogar ausversehen auf ne schwarze Piste geraten. Es war einfach zu viel für Kseniya gleich beim ersten mal so schwierige Abfahrten und deshalb hat sie auch nicht mehr einen zweiten Versuch wagen wollten als wir nach einer gut einer Stunde endlich unten angekommen sind. Ich kann mich noch gut dran erinnern, dass ich auch ziemlich frustriert war als ich die ersten paar Tage wo ich es gelernt hab immer und immer wieder ziemlich arg auf die Schnauze gefallen bin. Kseniya hat sogar beinahe ihr Board verloren. Das letzte Stück ist sie gelaufen und einmal hat sie nicht aufgepasst und schon rutscht ihr das Ding davon. Ich bin hinterhergefahren und natürlich verlässt es die Piste und rast irgendein Abhang runter. Irgendwann ist es aber stehen geblieben und ich konnte es holen. Das war Kseniya’s Glück sonst hätte sie ein Board bezahlen können.
Kseniya blieb also danach unten in der Lodge und ich bin allein wieder hoch. Und bei mir hat es beim zweiten Mal auch besser geklappt! Ich konnte wieder Rechtskurven und Linkskurven!!! Wohoooo! War echt stolz auf mich. Und dann bin ich immer und immer wieder hoch, weil es so Spaß gemacht hat. Einmal wollte ich eine andere Piste ausprobieren und prompt verirre ich mich. Ich war plötzlich völlig allein und konnte nirgends mehr ne Piste sehen. Hab das Board abgeschnallt und bin irgendwohin gelaufen und hab auch bald eine Frau mit ihrem Kind getroffen, die auch falsch abgebogen ist und dann fanden wir auch wieder eine Piste. Pech, dass es eine schwarze war. Es ging echt senkrecht runter. Mann hab ich Schiss gehabt. Aber es gab nur diesen Weg runter also hab ich mein Board in die Hand genommen und bin runtergerollt
Ich hab sogar mit meinem Po ne kleine Lawine ausgelöst. Als ich wohl behalten unten angekommen bin hab ich hochgeguckt und so en Profi Snowboarder hat meine Spur benutzt um runterzufahren
Ich versteh das nicht wie man so nen steilen Abhang tatsächlich runterfahren kann. Echt verrückt.
Na ja jedenfalls hab ich überlebt und war am Ende nur sehr sehr müde und meine Hände taten weh. Um 4 mittags haben wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft gemacht, die eine halbe Stunde vom Mt. Hood entfernt war. Zum Abendessen gab es leckere Lasagne und danach dann ein kleiner „Gottesdienst“. Wir haben grad ein paar Lieder zusammen gesungen und das wars.
Danach haben wir Gruppen bilden und so verschiedene Stationen durchspielen sollen. Es gab Ping Pong around the world, Wer den größten, breitesten und rundesten Schneeball bauen kann, Basketball und Bowling. War voll witzig. Bei dem Schneeball bauen hat sich meine Gruppe darauf beschränkt den höchsten zu bauen, weil wir nur 10 Minuten Zeit hatten und die anderen vor uns schon den breitesten Schneeball gebaut hatten.
Leider wissen wir bis heute noch net wer gewonnen hat, weil Matt (Pfarrer) uns immer wieder auf später vertröstet hat. Aber ich denke er wird es bei dem Treffen am Mittwoch verkünden. Bin mal gespannt.
An diesem Abend bin ich früh ins Bett, weil ich echt hundemüde war. Kseniya hat total laut geschnarcht, aber zum Glück denke ich mit und so hatte ich meine Ohrenstöpsel dabei, die mich vor einer schlaflosen Nacht gerettet haben
Am nächsten Tag wollten wir Snowmobil fahren gehen. Nach dem Frühstück gings Kseniya aber gar nicht gut. Sie hatte Fieber und hat sich sehr schlecht gefühlt. Deshalb blieb sie dort. War echt schade. Aber ich hab mich mit den anderen sehr gut verstanden und hatte deshalb trotzdem meinen Spaß. Auf dem Weg zu den Snowmobilen war ich dann die Hauptattraktion, weil alle ein bisschen Deutsch lernen/hören wollten. Ich hab zum ersten Mal gehört, dass die meisten denken Deutsch klinge wütend. Das war mir neu. Ich dachte Russisch klingt aggressiv. Na ja jedenfalls kam dann am Ende dabei raus, dass sie Folgendes sagen konnten: „Ich esse Hase während ich nackt bin. Lederhosen. Shampoohosen.“ Das wars. Keine Ahnung mehr wie wir auf das gekommen sind, aber das haben sie gelernt. Und ein Typ hat mir erzählt, dass Rammstein die beliebteste deutsche Band in Amerika sei und das absolute Lieblingslied sei „Du hast“. Das verstehe ich absolut nicht. Ich finde dieses Lied ist total einfallslos und überhaupt nicht musikalisch. Hab ihn gefragt warum er das mag und er meinte, weil es so böse klingt
Oh Mann…
Das Snowmobil fahren lief dann so ab, dass wir Gruppen aus 7 Personen bestehend gebildet haben und jede Gruppe konnte mit einem Tourführer ca. 50 Minuten lang rumfahren. Der Rest musste währenddessen warten. Meine Gruppe war als zweites dran. Ich bin zu zweit mit einem Mädchen gefahren. Sie saß zuerst hinter mir und ich bin gefahren. War so cool. Geht voll ab. Nur die Kurven sind etwas schwer. Die Lenkung ist nicht so einfach, aber sonst…echt geil! Bin immer so um die 40 Meilen pro Stunde gefahren bis ich einmal gemeint habe ich muss schneller fahren. So um die 50…an diesem Tag war auf dem Schnee Eis und die Snowmobile sind als ab und zu rumgeschlittert. Als ich eben so schnell gefahren bin bin ich auf ner geraden Strecke plötzlich vom Weg abgekommen und en kleiner Abhang runtergefahren und konnte nimmer hochlenken. Zu meinem Pech waren da voll viele Bäume und ich hab mich nur noch auf einem kleben sehen. Hab nur noch versucht um die Bäume drum herum zu lenken und an einem bin ich echt mit so ca. 2 cm Abstand vorbei gefahren bis ich kurz dahinter endlich zum Stehen kam. Oh mein Gott. Das hat mir schon Angst gemacht. Der Führer kam dann und meinte nur, dass ich ja Glück hatte, dass ich auf kein Baum gefahren bin und es sei nicht schlimm, weiter geht’s. Wollte aber nicht mehr weiterfahren, weil ich dann zu nervös war. Also übernahm das Mädchen hinter mir das Fahren, aber ich bin sowieso beinahe schon die halbe Strecke gefahren. Als ich hinten drauf saß hab ich Videos gemacht. War auch lustig. Also muss sagen es ist schon ne Erfahrung wert, aber mein absoluter Lieblingssport ist es jetzt nicht. Hat schon Spaß gemacht, aber immer wollte ich das jetzt nicht machen. Ist mir zu gefährlich 
Als wir zurückkamen mussten wir sehr lange warten bis alle Gruppen durch waren. Aber wir alle haben uns die Zeit mit Schneeballschlachten uns sonstigen Spielchen vertrieben. War au witzig. Daheim angekommen gab es auch schon wieder Abendessen und Kseniya hat sich sehr viel besser gefühlt. Nach dem Abendessen haben ein paar von uns Basketball gespielt und danach Brettspiele. Hat echt gut getan mal wieder mit Leuten meines Alters die Zeit zu verbringen und zu reden. Nicht nur Kinder
Ja bin dann irgendwann ins Bett (mit Ohrenstöpsel *g*) und am nächsten Morgen hieß es packen und aufräumen. Ging aber schnell rum. Mittags haben wir uns auf den Weg zum „Snow tubing“ gemacht. Wir wollten mit so Gummireifen einen Berg runterrutschen. Ich hab mir darunter einen schönen Abhang vorgestellt wo es keine Hubbeln gibt. Was war? Es war ein steiler Abhang an dessen Ende ein kleiner Abgrund war, der zu einem Fluss geführt hat. Außerdem waren ein paar Eisklumpen auf dem Abhang und es war total hügelig. Ich hab es trotzdem gewagt. Ich setz mich also in den Reifen und rase da runter. Hab mir alles angehauen und als Spaß würde ich das jetzt nicht bezeichnen. Als ich mich dann unten vom Reifen geworfen habe damit ich nicht in den Fluss falle merke ich, dass mein Fuß weh macht. Hab mich aber nicht weiter drum gekümmert. Bin dann noch ein zweites Mal da runter, aber das hat mir auch gereicht. Wir sind dort ungefähr 2 Stunden geblieben und haben uns dann auf den Heimweg gemacht. Zwischendurch haben wir wo gehalten um Abendessen zu kaufen. Und plötzlich kam mir in den Sinn wie ich das alles was Amerika von Deutschland unterscheidet und an was ich mich jetzt so gewöhnt hab vermissen werde, wenn ich zurück bin…Starbucks, die Unterschiede in den Supermärkten, ÜBERALL Drive through, Doughnuts…ach je. Außerdem hab ich auch was anderes gemerkt dieses Wochenende. Nämlich, dass ich schon lange hier bin. Mich haben so viele gefragt seit wann ich hier bin und als mich dann sagen hörte „Seit Juli letztes Jahr“ war ich geschockt…nur noch en paar Wochen bis zum Westby Urlaub dann en paar Wochen bis meine Eltern und Michi mich besuchen (Juhuuu!!!!!!!!!!!!! Ich freu mich soooooo!) und dann noch 6 Wochen bis ich heim gehe. Das geht so schnell. Ach wenn doch einfach meine Familie, Michi und das deutsche Essen hierher kommen könnten…dann wär alles perfekt
Aber da muss ich wohl weiter träumen.
Ok, zurück zum Wochenende: Wir kamen um 6 in Vancouver an und sind zusammen noch in die Kirche gegangen. Sonntag abends ist da immer um 6 Gottesdienst, aber die Musik ist lauter und rockiger und deshalb gehen da eher die Jüngeren hin. Ja und danach hat Patti Kseniya und mich abgeholt. War en tolles Wochenende! Ich bin so froh, dass ich da mitgegangen bin. An das werde ich mich immer erinnern.
Ach übrigens hab ich euch ja von meinem schmerzenden Fuß berichtet…das wurde heute stärker und schwoll sogar ein bisschen an. Weiß nicht, was es ist. Hoffe nur, dass es schnell wieder weggeht. Hab mir halt bei dem Snow Tubing irgendwo den Fuß angehauen. Keine Ahnung. Wird schon wieder.
Ach und noch was: Kseniya’s Gastmutter hat Sonntag Abend ihr Baby bekommen! Jetzt hat Kseniya auch 3 Gastkinder. Echt cool.
So das wars mal wieder. Danke fürs Lesen 