So Mai 20, 2007 5:18 pm
Lang, lang ist es her. Erstmal das Wichtigste: Die Kinder leben noch alle und erfreuen sich bester physischer Gesundheit, die mentalen Schäden waren ja vorher schon da. Nein, so schlimm war das Wochenende gar nicht, anstrengend und schlaflos allerdings schon.
Freitag bin ich mit der ganzen Rasselbande zu L.s Gymnastik gefahren. Das Baby war extrem guter Laune und ich habe es sogar mal auf dem Boden krabbeln lassen. Das Kind muss schließlich den Krankheitserregern ausgesetzt sein um Abwehrkräfte zu entwickeln und die anderen Leute lassen ihre Babys da immer auf dem Boden rumlungern. A. hat zwar mal am Fenster geleckt aber ansonsten war sie sehr angenehm. Nachdem dann alle Kinder im Bett waren, ist dann Diane eingetrudelt, meine (mehr oder weniger) willige Helferin. Um halb eins wurde ich allerdings aus meinem wohlverdienten Schlaf gerissen, denn Klein-A. hatte am Wecker im Zimmer des Babys rumgespielt (hierbei sei angemerkt, dass es hier keine normalen Uhren gibt, nur Weckeruhren) und so plärrte der um 0.25 Uhr. Erstaunlicherweise ist aber keiner davon wach geworden außer Diane und mir und ich auch nur weil Diane nicht wusste was da bimmelte.
Samstag war Soccer-Day und somit hat Diane die großen Mädels in der Gegend rumkutschiert, mit Stopp beim McDreck während ich mich mit G. vergnügt habe. Tja und natürlich hat A. den Tag genutzt um Diane wissen zu lassen, was sie von Fremdbetreuung hält, nämlich nichts. Arme Diane, aber manchmal tut es gut zu wissen, dass A. sehr, sehr lange braucht um mit jemandem warm zu werden. Diane ist am Abend ausgegangen und leider auch erst um viertel vor 12 wieder gekommen…
Sehr toll wenn man morgens um sieben wieder auf der Matte stehen muss.
Sonntag gegen Mittag traf die allseits beliebte Aunt Debbie ein, meine Güte wie bewundere ich deren Geduld und Spieltrieb, wobei wenn ich die lieben Kleinen nur alle paar Wochen sehen würde, wärs bei mir wahrscheinlich genauso. Abends war ich mit Caroline im Kino, in Spiderman 3, zum schießen der Film, total amerikanisch bigger, better, Klischee.
Montag bin ich mit Gin-Gin zum ersten Mal bei Wiggleworms gewesen, ihrer musischen Früherziehung. Irgendwie habe ich das Gefühl die Amis stehen nicht so auf superbunte Räume wenn es um Kinder geht, der war schneeweiß mit nem Krabbelteppich in der Mitte. Es war aber ganz süß, wir haben mit/für die Babys gesungen, getanzt und mit Seifenblasen gespielt. Dabei durfte ich mal wieder feststellen, dass G., ganz objektiv betrachtet, eines der hübschesten Babys ist.
Dienstag trafen dann die geliebten Gasteltern frisch und gut erholt aus dem sonnigen Texas ein. Der 2. Satz nach „I missed you“, war „Where are the presents?“ und somit durften wir erstmal alle Geschenke auspacken. Ich habe ein T-Shirt, eine Tasse und einen Topflappen (weil ich ja immer zu heiße Dinge anfasse) im „Don’t mess with Texas“-Stil bekommen. Die Mädels haben natürlich auch ein paar „Kleinigkeiten“ bekommen… klar jeder braucht für die laue Sommernacht 10 verschiedene Ensembles, schließlich müssen die ja jeden Tag gewaschen werden und da ist Abwechslung gefragt.
Geld gab es für mich auch, jetzt bin ich nicht mehr ganz so pleite, nachdem mein Trip schon 800 $ kostet, ohne Flug versteht sich. Meiner Meinung nach haben sie es mit dem Geld etwas übertrieben, deshalb habe ich einen Teil wieder zurückgegeben.
Freitag war schließlich der lang erwartete Tag, Teofltest. Hätte besser laufen können aber auch schlechter, habe am Anfang nicht richtig mitbekommen, dass die Zeit schon läuft… Ähem. Peinlich. Aber das Ambiente hat alles wettgemacht, 30 Leute in einem kleinen Raum zusammengepfercht, kein Platz zum Schreiben, der Duft des Nachbarn hing einem auch immer in der Nase, Ellbogenfreiheit war ein Fremdwort. Wundervolle Erfahrung. Wieder zu Hause durfte ich mich ein bisschen entspannen und dann in Richtung Suburbs fahren, um Klein-G. vom Zweitbabysitter abzuholen. Chicago zur Rush hour ist doch immer wieder ein Vergnügen.
Heute hat es mich nach einem netten Gespräch mit meiner Mama nach Downtown verschlagen. Quite an expensive adventure. Ein Buch im Sale (A long way down, Nick Hornby) ist mir in die Tasche gehüpft ein paar äußerst adorable Luxus Flip Flops und eine Wimperntusche durften dann auch noch mit. Und mein Konto nähert sich dem Nullstand an… denn jetzt schulde ich der lieben Caroline noch Geld, da wir mit dem Taxi zu ihr fahren mussten. Ach, wir Luxusweibsen. Nein, eher die pure Not hat uns getrieben, denn erst kam aus mysteriösen Gründen der Bus nicht auf den wir 25 Minuten warten, dann war die nächstgelegene L-Station geschlossen und dann war es uns zu doof. Nicht zu vergessen, das Caroline um 6 hätte anfangen müssen zu arbeiten. Der Depp von Taxifahrer hat sich zum krönenden Abschluss auch noch verfahren… mei war das toll.
Gleich werde ich mich dann zum Au pair Meeting nach Chinatown begeben.