


Als ich Tagebücher gelesen hab, bevor ich in die USA bin, fand ich das alles sehr spannend. Die ersten Tage, was man in der Freizeit so macht und natürlich die Reisen. Am meisten hat mich aber interessiert, wies denn im Alltag so abläuft. Und mich dann gewundert, warum viele irgendwann damit aufhören. Jetzt weiß ich es. Mag es für jemanden, der noch nicht hier ist, was ganz besonderes sein, ist es für mich inzwischen immer nur das gleiche. Das heißt nicht, dass es unbedingt langweilig ist (naja…manchmal geht die Zeit einfach nicht rum), aber es ist eben eine Routine eingekehrt. Was wirklich neues passiert da dann nicht mehr. Aber so eine Routine ist doch auch interessant, oder? Deswegen hier mal mein typischer Tagesablauf:
7:00 Aufstehen
7:10 in die Küche um Frühstück zu holen…dabei evt. mit den Gasteltern verquatschen über die Kinder, das Tagesvorhaben, das Wetter, Politik………
7:15 vorm Computer frühstücken: möglicherweise einziger Zeitpunkt um jemanden in Deutschland zu erreichen, wenn man wie ich oft bis 6 Uhr arbeitet und dann die meisten Freunde schon im Bett liegen.
8:00 anfangen mit arbeiten, Frühstückstisch abräumen, Spülmaschine ausräumen, herumliegende Wäsche und Kuscheltiere einsammeln, den Kleinen trösten, weil Mama und Papa zur Arbeit müssen und der große Bruder zur Schule
8:10 Autos, Playmobile, Verkleiden…spielen (und tausend andere Sachen)
9:00 fertig machen für Music- oder Danceschool, library oder Spielplatz, childrens museum oder Aquarium
9:10 Snacks einpacken und dem Kind nochmal was zu essen geben vor Aufbruch (ja…das sollte eigentlich zu fertig machen gehören. dauert aber meist doch länger als geplant und verzögert generell alles)
13:00 mit schlafendem Kind zurück kommen, kurz Sachen auspacken und dann schonmal die Wäsche anschmeißen
14:30 Mittagessen gabs entweder schon unterwegs, oder aber spätestens jetzt, wenn der Kleine aufwacht
15:00 den Großen vom Bus abholen
15:05 Wäsche in den Trockner, nächste Ladung rein
15:15 Snacktime
15:30 Playdate, Lesen üben, Vorlesen, so Spielen, in den Garten gehen, auf den Spielplatz gehen, zu Starbucks gehen
16:00 Wäsche falten und weg legen
17:00 Lunch für den Großen für die Schule machen, anfangen Abendessen zu kochen
17:30 die Kinder dazu bekommen, gemeinsam den Tisch zu decken
18:00 Abendessen und Arbeitsende, mit den Gasteltern erzählen, was den ganzen Tag so passiert ist, vielleicht noch die Küche aufräumen
Natürlich ist es nicht immer das gleiche. Es gibt schon Unterschiede im Putzplan
Nein ganz ehrlich, ich versuche unser Tagesprogramm abwechslungsreich zu gestalten, dass macht dann den Kindern und auch mir Spaß. Aber im Großen und Ganzen sieht das so aus. (Aber nein, ich wasche nicht jeden Tag Wäsche
)
auch mal wieder was von mir!
Silvester haben wir also in Chicago verbracht…und was soll ich sagen, es war echt toll. Am 31. Dezember sind Daniela und ich Morgens in Flugzeug gestiegen, um uns gegen Mittag mit Annabelle am Chicagoer Flughafen zu treffen. Zuerst dachten wir, dass wir ja ganz schön Verspätung hatten, bis uns Annabelle mitteilte, dass es ja eine Stunde Zeitverschiebung gibt…auch gut. Wir sind dann ins Hostel, haben unseren Zimmerschlüssel bekommen und sind mit unseren Koffern drei Stockwerke nach oben gestapft. Das Zimmer war soweit gut, sehr funktional, aber sauber, mehr kann man von einem billigen Hostel nicht erwarten. Genauso sahs in den Bädern aus, die auf dem Flur waren und die man sich mit den anderen Gästen teilen musste.
Wir sind dann los in die Stadt…planlos, aber es war ja Silvester. Annabelle war total begeistert von ein bisschen Schnee am Straßenrand, Daniela und ich eher nicht so. Dafür haben wir kräftigt gefroren…the windy city halt. Wir wollten uns zuerstmal einen Überblick verschaffen und sind so zu einem großen Bahnhof. Dort durften wir zum ersten Mal die Freundlichkeit der Chicagoer erfahren. Wir hatten einen Mitarbeiter nur nach Wochenkarten und Fahrplänen gefragt, standen am Ende mit zwei freundlichen Polizistinnen und dem Bahnhof Mitarbeiter da und bekamen Tipps für den Silvester Abend. Toll
Also hieß es: Auf zum Navy Pier. Viel konnte ich mir nicht drunter vorstellen, aber es war uns nunmal empfohlen worden. Hingekommen sind wir allerdings nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern mit dem Taxi. Weil es einfach so furchtbar kalt war…das ging uns in den nächsten Tagen noch öfter so. Das Navy Pier war also ein Pier mit vielen Geschäften und Restaurants, an dem man einen tollen Blick aufs Wasser und auf die Skyline von Chicago hat. Leider war es extrem voll, aber um 12 hat sich das Warten doch echt gelohnt. Das Feuerwerk war der Hammer. (Auch wenn es ganz ganz schlimm kalt war…hab ich so noch nie erlebt)
Die nächsten Tage haben wir dann echt viel unternommen und ich kann gar nicht mehr so genau sagen, was wann passiert ist. Wir waren auf dem Sears Tower und haben über Boston geguckt, wir sind die Michigan Avenue lang gelaufen und lang gefahren. Wir waren nochmal am Navy Pier, im Hellen. Wir waren am Water Tower und dessen Einkaufszentrum. Wir waren viel Pizza essen und aber auch zweimal im Kino, wir wollten bei Starbucks nur schnell frühstücken und haben dann zwei Stunden da verbracht und uns über die Welt unterhalten.
Man kann wohl sagen, dass man in 4 Tagen noch viel viel mehr machen kann…aber ich hatte einfach eine echt gute Zeit. Ich war richtig traurig, als wir wieder zum Flughafen mussten.



Seit meinem letzten Eintrag ist wieder einiges passiert. Ich hatte zum Beispiel Geburtstag. Ach und es war ja auch Halloweeen.
Einen Tag vor meinem Geburtstag ist meine Gastmutter nach San Francisco abgereist. Meine Arbeitszeiten sahen also etwas anders aus, also sonst. So kam es, dass ich an meinem Geburtstag um 6 Uhr Morgens anfangen musste zu arbeiten…nun ja, was soll man machen? Ich wurde ganz lieb von meinen Kindern und meinem Gastvater begrüßt, die für mich gesungen haben und mir dann gratuliert haben. Schon da hab ich eine schriftliche Bestätigung für 5 Kinogutscheine bekommen – das Geburtstagsgeschenk meiner Gasteltern. Das hat mich natürlich total gefreut, wir gehen hier echt oft ins Kino…und da lässt man verdammt viel Geld. Sie haben damit also direkt ins Schwarze getroffen
Dann hat aber ein ganz normaler Tag begonnen. Wir haben den Großen wie immer, wenn ich so früh arbeite, zum Bus gebracht. Danach sind Etienne und ich in die Stadt gefahren und haben uns mit einer AuPair Freundin von mir und ihrem 2jährigen Gastkind getroffen. Wir sind ins Aquarium und anschließend was essen gegangen. Das macht immer Spaß und der Vormittag war echt gelungen. Dann sind wir wieder nach Hause, Etienne hat Mittagsschlaf gemacht und ich ein bisschen aufgeräumt. Da ich ja so früh angefangen hatte, war ich um 4 “schon” fertig und hab mich dann erstmal noch nen Stündchen hingelegt.
Abends kamen zwei Freundinen von mir, wir haben uns so gut wie möglich verkleidet (wir hatten nicht extra Kostüme gekauft…die sind mit 50$ schon teuer) und sind dann auf eine Halloween-AuPair-Party gefahren. Was gar nicht so einfach war, denn die Partylocation lag in einer kleinen Stadt…so ziemlich in der Pampa. Dann endlich angekommen war es doch ziemlich nett. Die Musik war gut, die meisten meiner Freunde da und es gab sogar leckeres Essen. Trotzdem sind wir nicht lange geblieben. Ich war immerhin um 5 aufgestanden und daher ziemlich kaputt. Wir hatten aber viel Spaß und es hat sich so auf jeden Fall gelohnt auf die Party zu gehen. Wir sind dann noch schnell bei Shaws vorbei und haben uns eine DVD ausgeliehen. Dani hat wie geplant bei mir übernachtet, weil sie ja auch zum morgendlichen Brunch eingeladen war.
Der fand nämlich mit meinem Gastvater, den Kindern und 3 Freundinnen von mir statt. Es war zuvor nicht so ganz klar gewesen, wer wirklich kommen konnte und vor allem nicht, wer was mitbringt…und so endeten wir mit 3 Kuchen, Cookies, Cupcakes, Waffeln, Bagels und Würstchen. Wir haben aber alle gut reingehauen und mindestens die Hälfte gegessen
Ich hab dann noch eine kleine Geschenktüte bekommen mit ein paar Kleinigkeiten und Bildern von den Kinder. Insgesamt haben wir da fast 3 Stunden gesessen, uns unterhalten, gegessen und eine tolle Zeit gehabt
Es war echt schön.
Die Kinder waren aber auch schon ganz nervös…Halloween, das Event hier! Meine Aupair Freundinnen und ich haben den ganzen Tag in meinem Zimmer rumgehangen, irgendwann hat sich dann die erste abgeseilt um mit ein paar anderen Freundinnen nach Salem zu fahren…wo wir anderen alle sch0n gewesen waren. (Sie wollte unbedingt, dass wir mitkommen, hinterher hat sich aber gesagt, das es ist nicht so toll war…tzz) Dani musste dann auch irgendwann nach Hause, sie wollte mit ihren Kindern Trick n Treaten gehen. Nur Valentina und ich blieben übrig. Wir haben dann beschlossen mit meinen Kindern mitzugehen. Wann erlebt man sowas schonmal? Mein Gastvater hatte die Nachbarn samt Kindern, die langjährige Babysittern und den Patenonkel von den Kindern geladen…und so hatten wir zum zweiten Mal Full House. Es gab einen Snack für alle und dann war es auch schon dunkel, es ging also los. 5 Erwachsene, 2 AuPairs, 4 Kinder…War ja klar, dass nicht alle zusammen bleiben würden. Mein Großer traf auf der Straße einen Schulfreund und zog mit dem ab. Die Nachbarskinder waren ein bisschen älter als mein Kleiner und gingen so auch mit ihrem Eltern vor…und so blieben 3 Erwachsene, 2 Aupairs und ein Kleinkind zurück. Und trotzdem war es total lustig…wir sind von Haus zu Haus gezogen, haben oft alle was süßes bekommen. Das Wetter war auch total spooky. Es war warm, aber windig. So dass im Dunkeln die Herbstblätter über die Straße geweht wurde. Es hat einfach zu Halloween gepasst. Valentina und ich sind dann aber nicht den ganzen Weg mitgegangen, sondern irgendwann nach Hause. Was auch gut war, denn Kiril kam von seinem Freund wieder und der Rest der Familie war noch nicht wieder da. Zum Abschluss des Tages haben wir dann noch, was sonst, einen Film geguckt.
Das Wochenende war insgesamt wirklich gelungen. Eines meiner besten seit ich hier bin
Danke auch an alle, die an meinem Geburtstag in Deutschland an mich gedacht haben!
Seit ich hier bin, war ich wahrscheinlich schon auf mehr Konzerten, als je zuvor in meinem Leben. (Jedenfalls auf Konzerten, bei denen die Bands ihren Lebensunterhalt mit der Musik verdienen). Das Gute an Konzerten hier: Sie sind wesentlich billiger als in Deutschland. Meist bezahlt man 15-20$ Eintritt, wenn man die Karten vorher im Internet kauft, kommt noch eine Fee dazu, so ca. 5$. Wenn man das also umrechnet, liegt man weit unter dem üblichen Preis in der Heimat.
Angefangen hat das alles, als Franzi mich vor ein paar Wochen gefragt hat, ob ich mit aufs Billy Talent Konzert komme. Da war ich ziemlich begeistert, weil dessen Musik ja sogar in Deutschland ziemlich oft im Radio gespielt hat. Außerdem hatte ich am nächsten Tag frei. Franzi hat mich also abgeholt und wir sind aus Zeitmangel nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt rein gefahren, sondern haben das Auto genommen und aus einem Parkhaus geparkt. Das ist leider ein bisschen typisch für uns, wir kommen wegen unseren Arbeitszeiten immer erst so spät los, dass wir mindestens eine, wenn nicht alle Vorbands verpassen. Wir waren dann also bei Billy Talent, in einem Club der recht klein war…laut Internet passen 700 Leute rein, was mir allerdings für den vorhandenen Platz ein bisschen viel vorkam…und das Konzert war nicht ausverkauft. Wenn man überlegt, dass das nächste Konzert von Billy Talent in einem wesentlich größeren Club schon ausverkauft ist, irgendwie ein Hammer. Das Konzert selbst war echt toll, hat viel Spaß gemacht. Wir mussten leider während dem letzten Lied gehen, weil das Parkhaus nicht die ganze Nacht geöffnet war und wir das Auto holen mussten.
Als nächstes gings dann nach Providence, Rhode Island. Da sind wir ca. eine Stunde hin gefahren, um eine hier recht bekannte Band, All time low, zu sehen. Die sind momentan auf Tour mit 3 anderen Bands, die wir auch gerne gesehen hätten…aber wie gesagt, wir kommen ja immer zu spät. Wir kamen also erst zur 3. Band und konnten dann umringt von kreischenden Teenies noch den Rest vom Konzert sehen. Weil wir diesmal keinen Parkstress hatten, konnten wir noch ein bisschen bleiben. Vor der Tür war richtig Gedrängel, weil die Musiker nach ihren Konzerten immer nochmal raus kommen und man ein paar Fotos machen kann.
Nach den beiden Konzerten kamen noch zwei andere, die mich aber nicht sooo beeindruckt haben. Trotzdem, es macht immer viel Spaß dahin zu gehen
(Vor allem, wenns dann mal wieder so ganz spontan passiert) Das nächste ist auch schon geplant, am ersten Dezember Wochenende werden Franzi, Valentina und ich nach Upstate New York fahren, um nochmal All time low zu sehen. Außerdem wollen wir uns natürlich noch ein bisschen was angucken
Aber wer weiß, was wir zwischendurch noch so ganz spontan sehen werden!
Ja, den ersten Schnee haben wir. Richtig, es ist Oktober. Genau genommen, fing es am 17. Oktober an und artete dann gestern Abend, am Sonntag, fast in einen Schneesturm aus. Nach einen Malltag (der trocken begann) fing es leicht an zu schneien. Wir (Franzi, Valentina und ich) sind dann ins Kino, haben “law abiding citizen” geguckt und auf dem Weg zum Auto kamen uns dicke große Schneeflocken entgegen. So, wie man sie sich an Weihnachten wünscht. Als wir uns dann umgeguckt haben, mussten wir feststellen: Das bleibt liegen! Und so sahs dann auch auf der Autobahn aus, richtig richtig viel Schnee. Ich komme ja damit klar, dass man ein paar winzige futzelige Flocken runterkommen, aber einen Schneesturm hab ich im Oktober wirklich erwartet. Es wird kalt werden die nächsten 6 Monate. brrr.


Da mich ja nun schon einige darauf “hingewiesen” haben, dass ich schon lange nichts mehr geschrieben hab, versuche ich euch mal auf den aktuellsten Stand zu bringen.
K. geht nun in die Schule
Nach 7 Wochen (+-2, ich erinnere mich da nicht mehr soo genau dran) ging es endlich los mit der Schule. Endlich für K. und mich, wir hatten uns beide drauf gefreut. An einem Donnerstag gab es einen Probetag, zu dem K. und meine Gasteltern hin sind, während ich mit E zu Hause gewartet hab. Zurück kamen sie alle ganz begeistert. Und so ging es dann auch weiter. Er geht so gerne in die Schule, dass er immer traurig ist, wenn Wochenende oder wie jetzt Feiertag ist. Am Anfang geht es wahrscheinlich fast allen neuen Schulkindern so, aber ich war schon überrascht, wie diese Freude bei ihm angehalten hat
Er hat Freunde gefunden, besucht zusätzlich eine Spanischklasse und es gibt jede Menge Feste, zu denen wir eingeladen sind. Alles in Allem also genau das Richtige für ihn.
Aber dann gibt es auch noch seinen kleinen Bruder, der das ganze gar nicht so toll findet. Er würde so gerne mit ihn die Schule, dass er regelmäßig Wutanfälle kriegt, weil er nicht mit darf. Auch Musik- und Tanzschule sind da kein Ersatz. Das merkt man auch im Umgang der Beiden miteinander. Zum Einen hat K. sich einfach verändert, dadurch dass er viel mit Gleichaltrigen zusammen ist…vor allem mit den ganzen anderen Jungs. Er rauft viel mehr, ist viel lauter. Zum Anderen scheinen die beiden da einen allgemeinen Konflikt wegen der Schule zu haben. E. würde auch gerne in die Schule, K. vermisst zu Hause schon sehr, obwohl es so toll ist. Na ja…es ist grade mal ein Monat. Wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt.
Tagsüber ist es für mich natürlich eine deutliche Entspannung. E. und ich sind vormittags oft unterwegs, Mittags schläft er und wenn K. wieder da ist, haben wir oft Playdates. E. kann sich sehr gut selbst beschäftigen, aber ich spiele auch sehr gerne mit ihm. Auf jeden Fall liebt er es raus zu gehen und Sachen zu unternehmen, da hatte ich vorher mit beiden Kindern oft Probleme den Größeren zu überzeugen. Während der Kleine schläft, kann ich seitdem viel mehr Sachen erledigen und habe auch mal ein paar Minuten um ein Buch zu lesen, bevor es wieder los geht.
Die Lea und ihre Freunde
Ein Grund, warum ich so wenig schreibe, ist, dass ich so gut wie immer unterwegs bin. Meistens der normale Kram: Kaffee trinken, mal was Essen gehen, oft ins Kino, shoppen und einfach bei jemandem zu Hause quatschen und Filmabende machen. Manchmal gibts dann aber auch mal was besonderes. Wie vor kurzem unser kleiner Ausflug (ca. 2 Stunden Fahrt) zu Six Flags. Relativ früh an einem Sonntag Morgen sind Franzi, Valentina und ich aufgebrochen, um in Richtung Connecticut zu fahren. Die Straßen waren relativ voll, aber wir sind trotzdem ganz gut durchgekommen. Endlich da, mussten wir dann nochmal 15$ Parkgebühr abdrücken, bis es endlich los ging. Eintritt haben wir deutlich weniger gezahlt, weil Schwulen- und Lesbentag war. Zu Beginn wars recht leer und wir konnten manche Sachen einfach mehrmals machen, weil es kaum Schlangen gab. Mit der Zeit wurde es dann voller und wir haben vieles nur noch einmal gemacht. (Vielleicht auch weil manche Achterbahnen einfach zu viel waren
) Alles in Allem war es ein toller, wenn auch teurer Tag. Wir haben viel gelacht…auch weil wir gefragt wurden, ob wir denn eigentlich ein Paar sind…
Der College Kurs
Seit einiger Zeit besuche ich ja nun einen Kurs bei Harvard Extension. Dieser Kurs findet auf dem Harvard Campus statt und wird von einem Harvard Professor geleitet. Ich habe ihn noncredit belegt, bekomme also nur die Stunden angerechnet und werde keinen Abschluss oder ähnliches machen. Na ja…was soll ich sagen…es ist sehr interessant. Nur leider verstehe ich die anderen Teilnehmer im Kurs kaum, weil sie oft auch aus anderen Ländern kommen und ich hab nicht das Gefühl, dass ich mir viel merken werden kann. Aber ich hab mir den Kurs ausgesucht, viel Geld dafür bezahlt und ja auch schon ein paar nette Leute kennen gelernt. Also werde ich weiter hingehen (auch wenns keine Anwesenheitsliste gibt) und versuchen so viel wie möglich mitzunehmen. Nur mich da zu melden traue ich mich noch nicht
Es gäbe sicher noch viel mehr zu erzählen…aber jetzt gleich muss ich schon wieder arbeiten. Ich kanns nichts versprechen, aber ich werde hoffentlich bald wieder schreiben und natürlich Bilder online stellen.
Hier ist viel los…ich fühle mich, als wäre ich ständig im Stress. Arbeiten, Freunde treffen, arbeiten, mit Mama telefonieren, ein bisschen Schlaf bekommen. Aber es ist ein schöner, angenehmer Stress. Ich fühle mich hier wirklich gut, es ist nie langweilig, immer ist jemand da.
Letzte Woche war dann aber doch mal eine Pause vom Alltags Leben. Nachdem ich den ersten Familienurlaub mehr oder weniger gut überstanden hatte, stand der nächste an. Wieder: das Auto zu klein, ich musste also den Zug nehmen (Juhu :/) Vorher war ich noch schnell in Somerville, meine Social Security Number beantragen und dann hab ich mich aufgemacht zum Bahnhof. Hier ist das ein bisschen wie am Flughafen Heathrow, die Gleise, auf denen die Züge abfahren, werden erst 5 Minuten vor Abfahrt bekannt gegeben. Also saß ich nach dem Kauf meiner Fahrkarte in der Wartehalle rum, Ohren gespitzt, Augen auf die Anzeigetafel gerichtet. Mit mir sind dann geschätzte 5000 andere Menschen zu dem Zug gelaufen, ich habe zwischen einer Frau und einem Mann gesessen. Wie schon beim Bus fahren war es eigentlich echt interessant. Woanders als in öffentlichen Verkehrsmittel kommt man schon in Kontakt mit der echten amerikanischen Bevölkerung? Das ist mal etwas anderes als die typische reiche Vorstadtfamilie. Die Amerikaner haben auch keine Berührungsängste. Man unterhält sich einfach, egal wer da neben einem sitzt. (Das schonmal einem in Deutschland passiert?)
In dem kleinen Ort, in dem mich mein Gastvater abholen wollte angekommen, hab ich dann echt gestaunt. Also so richtig. Die Menschen sind aus dem noch fahrenden Zug gesprungen, zu den Autos auf dem Parkplatz gerannt und in einem Affentempo davon gedüst. Ich kanns im Nachhinein schon verstehen, da waren ziemlich viele Leute und es hat sich ziemlich schnell ein Stau gebildet. Im ersten Moment war ich aber echt baff…lauter erwachsende Menschen in Business Kleidung benehmen sich wie Kinder, wenn Lutscher verteilt werden. Mein Gastvaterhat mich dann blos ne Stunde warten lassen, bis er vorbei gekommen ist und hat mich dann endlich mit zu dem College mitgenommen, in dem das Seminar stattfinden sollte.
Zur Erklärung: Ein Retreat ist eine Art Workshop, bei dem es um Buddhismus geht. Es gibt unterschiedliche Einheiten, bei denen meditiert wird, über Begriffe des Buddhismuss geredet und diskutiert wird (nennt sich Dharma Talk) und ein paar andere Sachen. Der Retreat an dem wir teilgenommen haben, war ein Family Retreat, es gab daher ein Kinderprogramm und auch keine durchgehende Stille. Organisiert wurde der Retreat von Mönchen und Nonnen aus New York State und die Vorträge hielt ein sehr bekannter Vertreter der Glaubensrichtung. (Genauer werd ich da nicht drauf eingehen…einfach weil ich mich nicht auskenne und nichts falsches erzählen möchte
) Während der ganzen Zeit durfte nur zwischen Mittagessen und Abendessen gesprochen werden um die sogenannte Noble Silence zu wahren. Mahlzeiten waren grundsätzlich still.
Von der Stille hab ich erst erfahren, als ich schon da war. Und ich war ganz schön baff. Über alles…Ich hatte ja keine Ahnung. Mein Zimmer habe ich mit 2-3 Mädchen geteilt. Die haben mich immer ein bisschen komisch angeguckt…weil ich nicht um 5.30 aufgestanden bin um meditieren zu gehen. Bis sie mich der Reihe nach an den unterschiedlichen Tagen gefragt haben. Aber immer zur Noble Silence Time! (;))
Meine Aufgabe bei dem Retreat war es vor allem mit den Kindern zu dem Kinderprogramm zu gehen, denn das war für Kinder ab 6. K. (5) ist da nicht wirklich aufgefallen, E. (2) aber natürlich schon. Und was soll ich sagen…es hat echt Spaß gemacht. Zum einen, weil da einfach nur gespielt worden ist und die sich ein nettes Programm ausgedacht haben, zum anderen weil dort auch Vormittag geredet werden durfte und nicht zuletzt, weil die Leute einfach so unglaublich nett waren. In meiner Freizeit habe ich hauptsächlich gelesen und in der Sonne gesessen. Das war echt nett, aber auch ein bisschen langweilig, so dass ich sogar an meinem freien Tag beim Kinderprogramm war
Alles in allem liefen die Tage also immer gleich ab und plötzlich hatte ich gar nicht mehr den Drang ständig zu quasseln. (Ja ich weiß, für die, die mich kennen schwer vorzustellen) Ich hab einfach das Programm mitgemacht, die Kinder bei Laune gehalten und mich gar nicht so sehr nach dem Internet gesehnt. Und die Kinder haben das echt gut gemacht mit der Silence. Klar…wenn wir nicht mit anderen Leuten waren, haben wir geredet…das kann man ja auch nicht anders von zwei kleinen Kindern erwarten. Aber beim Essen haben sie allerhöchstens mal ganz leise geflüstert, E. hat nur einmal richtig geweint. Die Leute haben immer gefragt, wie wir das machen. Die Antwort: Erklären. Mehr war nicht nötig.
Über den Retreat gibt es noch viel mehr zu erzählen und man könnte fast meinen: der Lea hats so gut gefallen, die ist jetzt Buddhistin
Nene…ich war schon sehr froh, als wir wieder hier waren. Und ich bin weiterhin ohne Religion. Trotzdem, ein paar Sachen kann man sich mal merken. Mal still sein und so.
ja, die tun mir schon ein bisschen Leid, die Zaunbauer. Im Moment wird hier nämlich ein Zaun ums Haus gebaut, weil wir an einer stark befahrenen Straße wohnen und das zu gefährlich für die Kinder ist. Für die Kinder ist es super von der Veranda zuzugucken und für mich bedeutet es in Ruhe Kaffee trinken zu können.
Und die lächeln einen immernoch strahlend an, trotz den Regengüssen, die da runter kommen. Ich bitte beim folgenden Bild die überschwemmte Straße zu beachten.
