guten tag werte damen und herren.
ich bin jetzt seit ca ner stunde wieder in deerfield und eigentlich total müde
aber andererseits auch noch so aufgedreht, dass ich jetzt nicht schlafen will.
also von anfang an:
freitag abend haben maria und ich uns von meiner hostmum am bahnhof absetzen lassen. da haben wir erst mal noch ne halbe stunde auf den zug nach chicago warten müssen. aber uns war nicht langweilig, weil wir nämlich total aufgeregt warn und weil am bahnhof auch 2 deutsche standen, die wir total “unauffällig” belauscht haben
als der zug endlich am bahnhof ankam, hat uns ein ami angesprochen, der seeeehr seeeehr merkwürdig war: er kam also auf uns zu und meint so: seid ihr aus deutschland? wir so: ja, sind wir. dann fängt er an: jaaaaaaaaaa, wir solln doch unbedingt mal des bahnsystem in den usa aktualisiern, des is ja total schrecklich, deutschland is sowieso so viel besser, usw.
er is uns dann auch hinterhergelaufen und hat sich neben uns in den zug gesetzt und uns ca 10 stationen weiter vollgelabert, dass deutsche autos so toll sind und die deutschen komponisten der klassik und alles mögliche. war irgendwie seltsam, aber auch witzig. hat aber unseren plan, uns in die nähe der deutschen typen zu setzen, vereitelt. ja dann is der komische mann ausgestiegen, wir warn irgendwie erleichtert. und als der schaffner das nächste mal vorbei kam, meinte er so: der tut nichts, der is nur leicht neben der kappe. ja, des ham wir gemerkt
ja um 8 sind wir dann in chicago angekommen, da haben wir uns dann noch pommes gekauft und uns dann zum wartesaal von amtrak begeben. um viertel vor 9 konnten wir dann auch in den zug, der – man glaubt es kaum – richtig bequem und relativ schön war! in dem zug hat man ne unglaubliche beinfreiheit, bekommt nachts kissen gestellt und hat so ne art beinablage, die man je nach bedarf unterm sitz verstauen oder hochklappen kann. also alles in allem ziemlich gut.
wir sind dann also losgefahrn und um 5 uhr morgens is dann auch die sina zugestiegen, in cleveland, oh. angekommen sind wir um 8:30 in buffalo-depew. von da aus mussten wir irgendwie ins stadtzentrum von buffalo kommen. eigentlich wollten wir dann ein taxi nehmen, aber da warn auch 2 bahnangestellte, die gemeint haben, wir solln des lieber nicht machn, die taxigesellschaft, die an dem bahnhof is, zockt einen ziemlich ab, wir solln doch lieber schaun, wann der nächste bus kommt. glücklicherweise ist dann tatsächlich 20 min später ein bus gefahren, den haben wir dann genommen, hat auch nur 2$ gekostet. allerdings war das ne ziemliche abenteuerfahrt, die busfahrerin hat nämlich ganz schön auf die tube gedrückt und der bus hat bei jedem huggel gekracht und gescheppert, dass es nicht mehr feierlich war.
in buffalo sind wir dann zum greyhound-busterminal, da in den bus und haben uns auf den weg nach kanada gemacht. anders als in der eu, wo man einfach mal schnell in n anderes land fahrn kann, muss man an der amerikanisch-kanadischen grenze tatsächlich noch seinen ausweis herzeigen und so. also wir kommen da an, es müssen alle aus dem bus aussteigen, ihr gepäck mitnehmen und sich in ner schlange anstelln. dann muss man einzeln zu grenzbeamten hin, die fragen einen, was für ne nationalität man hat, wo man wohnt, was man in kanada machen will, wie lang man bleiben will und was man ins land einführt. unser grenzbeamter hat uns (also maria, sina und mich) damit aufgezogen, dass wir ja gar keine waffen dabei haben, um uns gegen die bären an den niagara fällen zu wehren, und dass wir damit rechnen müssen, dass der schnee an den niagara fällen hüfthoch liegt. hat uns ganz schön verscheißert, der gute
war aber witzig.
nach der grenzstation sind wir dann weitergefahren und in Niagara Falls, Ontario, aus dem Bus ausgestiegen. von der bushaltestelle zu den tatsächlichen wasserfällen sind wir ca 45 minuten gelaufen.
die niagara fälle sind total schön, groß, beeindruckend und es hat sich total gelohnt, da hinzufahren. wir sind dann auch mit der “Maid of the Mist” gefahrn, das ist dieses boot, das mitten in die horseshoe-falls reinfährt, was mal unglaublich cool ist. man bekommt auch diese tollen blauen plastik-überzieher, damit man einigermaßen trocken bleibt.
ja nach der bootsfahrt sind wir dann auf einen aussichtsturm rauf, von dem aus man die fälle mal von oben anschaun kann, das sieht auch total schön aus. ja abends sind wir dann noch was essen gegangen und haben uns dann wieder auf den weg zur bushaltestelle gemacht. eine stunde später warn wir da, es war so halb 9, unser bus sollte um 9:35 kommen. dem war aber nicht so: er hatte 10 minuten verspätung. das ist ja noch in ordnung.
wir sind dann also in den bus eingestiegen und haben uns wieder auf den weg richtung usa gemacht, wieder an der grenze gestoppt, asugestiegen, alles gepäck mitgenommen und fragen beantwortet. dann saßen wir wieder im bus, unser busfahrer will losfahrn, geht der motor nicht mehr an. super! warum fragt man sich: weil der gute mann die ganze zeit licht, klimaanlage und was weiß ich noch alles auf batterie hat laufen lassen, dann konnte er halt nicht mehr starten. inzwischen war viertel vor 11, wir mussten um 12 am bahnhof sein, um unseren zug zu bekommen. wir haben also beschlossen, bis 11 zu warten, was passiert. bis dahin hats der busfahrer aber auch nicht geschafft, sein gefährt wieder zum laufen zu bringen. also haben wir die grenzbeamten gefragt, ob sie maria, sina und mir ein taxi rufen können. haben sie dann auch gemacht, das taxi war 10 minuten später da und hat uns dann volles karacho zum bahnhof gefahrn. wir warn dann – oh wunder – sogar schon um halb 12 da, 40 $ ärmer.
wir ham uns dann schon voll gefreut, dass wir den zug noch erreicht haben, weil wir im ernstfall ziemlich blöd dagestanden wären. dieser zug fährt nämlich einmal pro tag. heißt, wenn wir ihn verpasst hätten, wären wir sonntag nacht um 12 losgefahren und wären montag vormittag zuhause gewesen. an sich nicht möglich, weil wir alle arbeiten müssen.
wir ham uns also sehr gefreut, bis wir gehört haben, dass der zug verspätung hat. erst hieß es, er kommt ca 15 minuten zu spät, dann hat sich das ganze auf 30 minuten erhöht, im endeffekt war er eine volle stunde zu spät da.
als die heimfahrt dann um 1 uhr morgens endlich losging, warn wir alle ziemlich happy, haben uns hingelegt und geschlafen. sina ist dann auch um ca 3 uhr schon in cleveland wieder ausgestiegen, maria und ich sind um 10 heute morgen in chicago angekommen und sind dann mit der metra noch nach hause gefahrn, wo uns maike am bahnhof abgeholt und heimgefahrn hat.
ja. also alles in allem war dieser trip total super, hat spaß gemacht und zum großteil auch funktioniert. und alles was nicht funktioniert hat, war aushaltbar
fotos hab ich auch schon hochgeladen, und zwar da:
http://picasaweb.google.com/donck123/Oct24NiagaraFalls#
ja, mehr weiß ich jetzt grade nicht,
ganz liebe grüße, ich hab euch lieb und vermiss euch,
Anja
