hallihallo werte leserschaft.
man hat mir mal wieder unmissverständlich nähergebracht, dass ich euch schon ne weile auf neuigkeiten hab warten lassen. daher nun ein auffrischer:
nachdem carolin wieder nach hause geflogen ist, hab ich mich auf den weg zu den niagara fällen gemacht. per zug. was hier kein bisschen bequem, angenehm und schnell ist. wer über das deutsche nah- und fernverkehrssystem motzt, sollte mal in die USA kommen.
erst fährt man eine stunde mit der metra, was so ca 3. klasse züge sind, nach chicago. von da aus geht es dann mit dem amtrak-zug weiter. und zwar knappe 11 stunden. immerhin über nacht, was aber nicht bedeutet, dass man ausgeruht ist, wenn man ankommt! der zug ist unbequem wie hölle, irgendwelche wildfremden leute werden neben einen gesetzt und man muss unglaublich aufpassen, dass man auch rechtzeitig aussteigt, die haltestellen werden nämlich nicht unbedingt großartig vorher angesagt. dem zug entkommen, geht es dann mit dem höllenbus richtung stadt weiter. der zug hält nämlich nicht IN der stadt, oder zumindest NAHE der stadt, wie man das bei uns kennt, nein nein! er hält knappe 10 km AUßERHALB der stadt. damit man auch ja nochmal geld raushauen muss und hilflos in der gegend rumsteht. ich war ernsthaft froh, dass ich wusste, was auf mich zukommt. die ganze tour hab ich ja im oktober schon mal gemacht. ich wusste also, was ich vom zug zu erwarten hatte, was mich der bus kosten würde, wo ich aus dem bus aussteigen muss usw usf.
tja. endlich in buffalo angekommen musste ich noch ein bisschen zeit killen, weil meine family noch nicht da war. buffalo ist gruselig. da allein rumzulaufen ist nicht ganz ungefährlich, nicht mal am hellichten tag. a) sehen die leute selber schon unheimlich aus und b) unterhalten sie sich nur über ihre freunde, die komischerweise irgendwie alle im gefängnis sitzen oder kurz davor sind.
aber auch das war nur kurz wichtig, weil ich dann bald endlich, nach fast 11 monaten, meine Eltern, meine Schwester und meinen Bruder wiedergesehen hab. also die juli war ja im märz schon mal da, was meine freude nicht mindert
aber die anderen 3 waren zum ersten mal da und ich hab mich sooooooooooo sehr gefreut!!!! der benni ist mir innerhalb des jahres einfach mal über den kopf gewachsen! scheint, als wär ich jetzt die kleinste. oder zumindest bin ich nicht mehr die größte.
mama und papa sind nicht gewachsen, die sind genau so toll wie vorher!! ah, es war einfach klasse.
tja. nach der begrüßung gings dann wieder los, auf den weg zu den niagara fällen. also es ist gar nicht so einfach, da hinzufinden, wenn man mitten in buffalo sitzt. schlussendlich haben wirs aber geschafft und ich sag nur eins: die niagara fälle sind der hammer! die sind schon beeindruckend wenn das wetter kacke ist, aber bei gutem wetter, sonne, hitze und mit familie sind die gleich nochmal um milliarden besser.
wir waren erst auf der amerikanischen seite, haben bilder geschossen, das wasser fallen gesehen und erzählt. dann gings über die grenze nach kanada, wo wir uns die fälle nochmal von vorne angesehen haben und wo wir dann auch in die Horseshoefalls reingefahren sind mit der maid of the mist.
nach ausgiebigem bewundern der fälle haben wir uns dann auf den weg zu freunden meiner eltern gemacht, die seit jahren in Kanada wohnen. da haben wir dann die nächsten 2 tage verbracht, auf der farm gechillt, benni ist in den lake erie gefallen, und und und. war auf jeden fall total toll und entspannend.
am dienstag gings dann wieder zurück richtung chicago. angefangen hat alles super, wir sind gut losgekommen, haben uns nicht verfahren oder so. aber dann gings an die grenze in die USA. tja. ich sag nur eins: kopien von formularen mitnehmen ist keine gute idee. nachdem ich also meine liebe familie gute 2 stunden an der grenze festgehalten hab, weil ich mein Sevis-Papier nicht verlieren wollte, gings dann doch endlich weiter. nach laaaaanger langer fahrt waren wir dann endlich da. erstmal sind wir noch zum essen gegangen, aber dann gings nach hause und auch bald ins bett.
der mittwoch begann mit der rückgabe des mietautos am flughafen. von da aus sind wir dann mit der straßenbahn in die stadt gefahren, wo wir erstmal ein bisschen rumgelaufen sind. wir waren bei der bean im millenium park und sind dann richtung norden weiter. da haben wir uns dann tickets für die sightseeing-busse gekauft und haben einen großteil des tages on top of the bus verbracht. die busse sind echt cool und seeeehr schonend für die füße
nach der signature tour sind wir dann noch eine weile rumgelaufen und dann richtung gino’s east gegangen. da gabs dann nämlich – typisch chicago – deep dish pizza. das ist pizza, die wie kuchen aussieht. nix dünner boden, dünner belag. da wird der boden in eine form gedrückt wie kuchenkruste, dann kommt der belag drauf, dann die tomatensauce und der käse. gegessen wird das ganze dann auch eher wie kuchen als wie pizza. ich muss sagen: seeeeeeeehr lecker!
nach dem essen gings dann zurück richtung bahnhof. zuhause angekommen sind wir dann auch bald ins bett. sightseeing ist eben doch anstrengend.
am donnerstag haben wir uns auch wieder aufgemacht, chicago zu erkunden. als erstes gings auf den willis tower. der war auch beim dritten mal noch cool. diesmal gabs nämlich auch die audiotour. und die ist echt interessant. ich hab zum beispiel erfahren, dass mitten in chicago ein staatsgefängnis steht. cool, gell
nach dem tower haben wir wieder touren gemacht. diesmal gings erst in die südlichen nachbarschaften – inklusive obama’s haus! – und dann noch in die westlichen nachbarschaften mit little italy, greektown und chinatown.nach all den touren war der tag auch schon fast wieder vorbei. diesmal wollten wir auch nicht ganz so spät heimkommen, also sind wir wieder los richtung bahnhof und nach hause. da waren wir dann noch bei panera bread zum essen und sind dann wieder richtung bett gestartet.
ja und am freitag gings dann nach gurnee zum shoppen. da gibts jetz nicht allzu viel zu erzählen, weiß ja jeder wie das geht
geld raus, sachen mit
freitag nachmittag gings dann langsam schon ans packen. wir mussten ja nicht einfach nur wieder die sachen von den anderen 4 einpacken, nein, ich hatte schon auch nen haufen zeug, den ich mitgeben wollte. immerhin muss ich sehen, dass ich am schluss nur 1 zusätzliches gepäckstück hab. sonst geh ich bankrott!
außerdem waren wir auch alle schon ziemlich geschafft von all den eindrücken, daher haben wir uns den nachmittag freigenommen. abends sind wir dann in die cheesecake factory gegangen und haben uns da nochmal den bauch vollgeschlagen.
samstag vormittag sind wir frühstücken gegangen. nach dem frühstück wollten wir eigentlich auf den farmer’s market. der war aber nicht da. es hat sich rausgestellt, dass der dann doch erst eine woche später angefangen hat. also sind wir stattdessen zu barnes & noble, wo wir dann noch ein bisschen zeit verbracht haben.
nach einem kurzen rest-packen gings dann los richtung flughafen. beim einchecken war tatsächlich nur ein einziger koffer zu schwer und die liebe airline-angestellte hat ein auge zugedrückt. wir haben uns dann noch ein bisschen bei mcdonalds aufgehalten bis es dann doch zeit war, abschied zu nehmen.
ich hab mich dann wieder auf den rückweg gemacht und war zum ersten mal seit über 3 wochen wieder allein in meinem keller.
am sonntag bin ich dann downtown, weil ich auf das gospel festival wollte. erstmal war da kaum was los. dann ist der jonas aufgetaucht und wir haben uns erstmal vollregnen lassen. nachdem dann alles nass war und wir irgendwie nicht mehr allzu große lust hatten, uns auf die wiese im park zu legen, haben wir uns stattdessen auf den weg zum maifest (jawoll, maifest im juni) im deutschen viertel chicagos gemacht.
tja. und wie so oft ist in den USA bayrisch gleichbedeutend mit deutsch. das war nämlich eigentlich ein totaler oktoberfest/ schützenfest verschnitt, mit blasmusik, tanzvereinen, trachten, bier und leberkäs. war sehr unterhaltsam und irgendwie auch toll, mal sowas in mitten von lauter amis zu sehen.
ja und dann ging so langsam auch die vorfreude auf die WM los. also eigentlich ist WM schauen wollen in den USA ganz schön blöd. a) sind wir in ner beknackten zeitzone, die spiele sind entweder um 6:30, 9:00 oder 1:30, also mitten am tag oder noch vor dem aufstehen. und b) interessiert die amis die wm mal NICHT. und das obwohl die USA sogar mitspielt! halb amerika hat einfach keine ahnung vom spiel, vom turniersystem, von nix, was mit fußball zusammenhängt. wärs eine baseball-wm oder football-wm wärs wahrscheinlich umgekehrt.
nunja. die eröffnung ist also freitag wegen schlafens ins wasser gefallen für mich. aber das erste deutsche spiel am sonntag ist gebührend gewürdigt worden. franca, vanessa, saskia, katharina und ich sind downtown in ne bar, wo lustigerweise noch ca 20 andere deutschlandfans waren. andere aupairs, auslandsstudenten, leute, die in die usa ausgewandert sind usw. tja und da gings dann ab. so richtig schön laut, mit bier, sprechgesängen, lu-lu-lu, lukas podolski und allem drum und dran. franca hat jeden mit deutschlandfahnen bemalt, wir hatten deutschland t-shirts, fahnen und tröten.
und es hat sich ja auch gelohnt, das spiel zu sehen. JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA! wenns so weitergeht machen wir alle platt
joa. die kinder haben jetzt seit ende letzter woche ferien. rachel hat schon summer school, die ist also vormittags weg. seth hat diese woche vormittags noch frei, ab nächster woche hat er sports camp, was für mich bedeutet, dass ich zwischendurch wieder ein bisschen frei habe.
ja und dann sinds jetzt nur noch 4 wochen in chicago! urlaubstechnisch ist alles gebucht und fast alles weitere organisiert. das neue aupair kommt in 3 1/2 wochen, also alles schon ziemlich vollgeplant.
und für alle, denen ichs nicht schon 1000000000 mal gesagt hab:
ich hab meinen heimflug! ich komm am 1. august nachmittags um halb 4 in münchen an.
Ich freu mich riesig, alle wiederzusehen!
tjaja. das wars jetzt, liebe grüße an euch alle, ich hab euch lieb und vermiss euch und freu mich auf euch!
Anja




