Mi Okt 24, 2007 8:21 am
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Stimmung: Distorted ]
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Momentan: Eating alles was ich gerade zwischen die Finger kriege ]
tatsaechliches Eintragsdatum: 19. – 23.10.2007
Okay, also hier der – wahrscheinlich in Ueberlaenge erscheinende – Bericht ueber meinen Arizona-Trip mit meiner Gastfamilie.
Am Freitag sind wir so um halb 5 losgefahren – davor haben wir die, sich im Halbschlaf befindenden, Kids ins Auto gestopft, ein paar Decken draufgeschmissen und uns selbst eingeladen(Quatsch – aber klingt gut =) )
Am Oakland Airport dann in die Schlangen einreiht(eine ging durch 2 Flughafenhallen bis vor die Tuer. Kein Scherz.) und in den Flieger geklettert.
Die erste Mahlzeit des Tages war dann gegen 11 morgens der im Flieger ausgeteilte Muesliriegel.
Und als wir in Arizona gelandet sind war es Zeit, ‘Grammy’ (wichtig: Nicht Grandma! Weil das ist die andere) kennenzulernen.
Oder auch nciht, wir haben sie zwar dort getroffen, aber kennengelernt habe ich die ganzen tage ueber kaum etwas von ihr. Will mir ueber die Dame aber kein Urteil erlauben – wie schon gesagt, es waren nur 5 Tage.
Wir sind dann in RIchtung Grammys Haus losgefahren, haben auf dem Weg aber einen Abstecher gemacht zum ‘Papa’, ihrem Ex Mann und dem Grossvater meiner Hostkids.
Er hat eine Firma in der Gegend und wir haben uns eine Tour durch seine neuen Fabrik- und Bueroraeume geben lassen und dabei auch Uncle Scoot(eigentlich Scott, aber man nennt ihn Scoot(gesprochen Skuht)) kennengelernt.
Fand ich toll, war wie der Bastelschuppen meines Papa’s in gross.
Und die sind auch alle sehr lieb da =)
Mh, dann weiter ‘heim’waerts, Lunch im RedRobin und dann Grammy’s Haus gesehen, komplett mit ‘Punkin’ der Boston-Terrier-Dame.
Die Kids waren ja so excited, mir tat der Hund leid(abgesehen von dem Leben, dass das arme Tier sonst so lebt kommen da ploetzlich 6 neue Leutre ins Haus geplatzt, 3 davon mit nichts anderem im kopf als das arme Vieh zu streicheln, jagen, knuddeln oder mit imaginaeren Keksen zu versuchen). 5 Tage lang tat er mir leid.
Und irgendwie auch wieder nich…
Mhm, dann haben wir etwas rumgehangen, das Haus der Oma fuer Halloween dekoriert, und Abends ging es dann nach Chuck E. Cheese, um Uncle Scoot, seine Frau und Kims Neffen zu treffen(Das erste Mal, das die Familie ihren neuesten Neffen, Baby Luke , gesehen hat. Droliiges kleines Wuermchen =D Ich durft ihn auch mal halten!).
Chuck E. Cheese fuer Volldeutsche Ignoranten ist ein … Pizzarestauarnt fuer Kids. Sieht eher aus wie eine Spielhalle mit ein paar Tischen und stuehlen Es ist laut, ELtern investieren all ihr Geld in ekelhaft schmierige und schlecht schmeckende Pepperoni-Pizzas und in Tokens, mit denen die Kids dann den ganzen Abend lang irgendwelche Autorennen, Basketballwuerfe oder Feuerwehr-Loesch-Videospiele spielen.
Als ich bekannte, noh nie in einem CEC gewesen zu sein war J sehr sehr schockiert – Ich muesse eine sowas von tragische Kindheit gehabt haben, meinte sie, weil ich nie in meinem Leben im “Kids Heaven” gewesen sei.
Das arme Kind und ihre beschraenkte Weltsicht.
Und als wir dann so gegen halb 10 wieder bei Grammy im Hause waren hat diese gute Seele den Kids noch einen Film zu sehen erlaubt. Ich hab dann ungefragt mit den Maedchen ausgehandelt, dass sie einen kurzen Flm gucken – Oma haette denen ohne mit der Wimper zu zucken ein 3-Stunden-Epos erlaubt. Aber ich dachte da koenne ich mich doch mal einmischen.
Bin dann wie die Eltern auch mit dem A- ins Bett und ich glaub die Maedchn waren wach bis gegen 12. Aber sie sind ja auch nur zwischen 3 und 8, was macht das schon…
Samstag sind wir dann… lang im Bett geblieben(wer hat’s vorher gewusst?). Und dann losgefahren um Uncle S und Familie zu treffen – wir haben Fotos von allen Enkelkindern von Grammmy schiessen lassen.
Danach dann Lunch – bei Chick-Fil-A Wie man sich denken kann gab es da nix ohne huhn. Und die abartigste Werbung, die mir je untergekommen ist. Kuehe mit Protestschildern die so Dinge besagen wie: Feed your herd, save ours(“Fuettere deine Herde, rete die unsrige”) um den Hals einer Kuhmama und eines Kuhpapa mit 2 Kaelbchen oder eine Kuh mit dem Schild: We both have a Future in Chicken(“Wir beide haben eine Zukunft in Huehnchen”).
Ethisch finde ich das voellig ekelhaft.
John und Kim sind von da aus dann losgefahren zu Kims Highschool Reunion und Grammy und Cy sind mit den Maedels in den Park, wo ich dann neben Grammy auf der Bank sass und 2 Stunden lang nichts getan habe. Die Kids hatten aber Spass, und das ist die Hauptsache.
Dann sind wir heim und waehrend die Kids gebadet haben hat Grammy das Abendessen herausgekramt(abgesehen davon, dass ich von ihren Kochkuensten ja schon beim Fruehstueck Zeuge werden durfte(Ich weiss nicht, wie man es schafft Pancakes in einer Pfanne so sehr zu frittieren, dass sie schmecken wie Kartoffelpuffer)).
Es gab TV-Dinners.
Jedes Kind durfte sich 2 Mikrowellenfertiggerichte aussuchen(die Auswahl war erschreckend riesig) und die gab es dann mit reichlich Ketchup.
Naja, und danach war dann wieder rumhaengen angesagt. J hat sich Narnia angesehen und der Rest von uns hat Karten gespielt.
Seit diesem Wochenende koennen T und J Solitaire spielen – und das erste was sie von ihrer Grossmutter gelernt haben war, “die Regeln etwas zu dehen”, wenn man nicht weiterkommt.
Das war dann der Samstag.
Am Sonntag haben wir dann nach dem Fruehstueck etwas rumgeeumelt, Karten gespielt, Armbaendchen gebastelt und den armen Hund(zum ersten Mal seit Donnerstag, wie Grammy feststellte) auf einen Walk genommen. Bis zur Mailbox in der Nebenstrasse.
Kim und John sind gegen Mittag wiedergekommen – hatten wohl eine schoene Reunion und das fand ich gut =) Auch wenn ein Gross des Tages dann mit von-Leuten-die-sie-kannte-oder-nicht-kannte-erzeahlen verbracht wurde.
Also weiter gegammelt(bin seit Wochen mal wieder zum Lesen gekommen – 2 Buecher in 4 Tagen, das ist nah an meinen alten Leistungen) und ABends sind wir dann los, um ein grosses Familientreffen ueber einem Abendessen zu verbringen.
Sind zu einem Dave and Busters gefahren. Das ist irgendwie wie Chuck E CHeese in ein wenig erwachsener. Hatte mehr einen Casino-Charme anstatt einer Spielhalle. ABer trotzdem auch Kindefreundlichen Kram. Und besseres Essen.
Naja, haben uns dann so richtig ordentlich den Bauch vollgeschlagen und gespielt(wir hatten so viele Karten mit denen man spielen konnte, dass die Kids nicht alles aufbrauchen konnten und die erwachsenen mithelfen mussten) und den Abend sehr gut rumgekriegt.
Das war so ein Moment wo ich mir gedacht hab: Wow, du bist gerade dabei, ein Jahr lang das feine Leben zu leben.
Sonnenseite.
John und ich haben auch kurz drueber geredet – und er meinte schmunzelnd, ob denn “John’s make-a-wish-foundation” ein Erfolg sei.
Weiss nur nicht, womit ich das verdient habe.
John meinte, irgendwas Gutes muss ich wohl getan haben. Und dass es das Wichtigste ist, dass es mir gefaellt.
Montag war dann der grosse Tag der Make-A-Wish-Foundation.
Was ich wusste: Es wird der Sightseeing Tag und sie zeigen mir Sedona(beruehmt fuer die Red Rocks und bekannt als einer der spirituell-energetisch aktivsten Orte in den USA).
Als ich dann morgens aus der Zeitung erlas, dass es in Sedona so temperaturmaessig irgendwo in den mittleren 60ern sein wird meinte die Oma: Noch kaelter, wir fahren ganz durch bis nach Flagstaff.
Gut, da ich weder von der Geographie Arizonas noch von den tatsaechlichen Plaenen meiner Hosties eine Idee habe, hab ich das akzeptiert und nach Flagstaff gesucht – als John vorbeimarscgierte, den Finger auf die Wetterkarte piekte und “Wir fahren ganz bis nach hier” murmelte.
Als er den FInger wegnahm (oh wie dramatisch das klingt =D ) konnte ich folgendes darunter erlesen:
Grand Canyon Valley.
Wie John mir spaeter erlaeuterte habe es ihm keine Ruhe gelassen, dass wir uns im Staat des Grand Canyon befinden und ich den trotzdem nicht zu sehen bekommen sollte und dass er die ganze Zeit darueber nachdenken musste, wie er den irgendwie in seine Plaene geschmuggelt bekommt – und dass er am Morgen entschieden habe, dass es eigentlich vollkommen Wurst sei, ob wir diesen 4 Stunden-Umweg machen oder nicht.
Und so sind wir alle ins Auto und losgetuckert, haben in Flagstaff auf der Route 66 eine Lunchpause eingelegt und sind dann zum Grahaaaaan Canyon. Ganz nett, sehr ausserweltlich… Aber vielleicht habe ich den falschen Abschnitt des Canyons gesehen oder das WEtter war falsch oder die Sonne im flaschen Winkel – unfassbar war’s nicht.
Kann aber auch dran gelegen haben, dass wir haufenweise quaengelnde Kids an den hacken hatten. Die arme kleine K war schon vom lanegn AUtofahren so platt… Armes Meuschen… Und Laufen sind ja alle 3 nicht gewoehnt, auch wenn wir nur 2 km gelaufen sind. Insgesamt. Also nur 1km in eine Richtung.
Wieder ins Auto – 7 Mann ist eine gute volle Ladung =D – und den ganzen Weg zurueck.
Zu meinem unglaublichen Glueck sind wir genau zum SOnnenuntergang in Sedona angekommen.
Unglaublich schoen, dei knallroten Felseln im orangenen Sonnenuntergangslicht, das gerade noch so ueber die umliegenden Berge scheint. Haben alle paar Meter den Wagen gestoppt, damit John und ich rausspringen, Fotos von der Aussicht schiessen und wieder reinspringen konnten.
Dann haben wir die Chapel of the Holy Cross besucht – sehr mystisch anmutendende und sehr bekannte katholisch gefuehrte(aber unglaublich protestantisch aussehende) Kirche auf einem der Felsen. SChoen.
Am besten war aber Ts Faszination angesichts der Tatsache, dass ich meine Fingerspitzen ins WEihwasser getuppt habe(Hihi, ich hab meine Hand auch reingesteckt!!! *Koboldgrinsen*) – als ich ihr draussen erklaert habe, dass ich mich danach auch noch bekreuzigt habe ist sie gleich wieder reingeflitzt um die Hand gleich nochmal unterzutauchen.
Die arme J war voellig schockiert, als ich meinte ich wuerde mich auch vor dem beten bekreuzigen – in ihrem Gesicht war helle Panik angesichts der Tatsache, dass sie vor ihrem unregelmaessig gesprochenen Abendessen-Gebeten nie auch nur das Anzeichen eines Kreuzes macht. “Ich muss mich bekreuzigen?!” Sie sahaus als wuerde ich ihr gerade sagen, dass all ihre je gesprochenen Dankgebete fuer unser Essen und die wilden Tiere in unserem Garten ab sofort ihre Gueltigkeit verloren haben.
Ich konnte sie aber beruhigen. Das haengt alles davn ab, was man gelernt hat. Und falsch oder richtig gibt es beim Glauben eh nicht.
Finde ich auch Quatsch. Es war nur so lustig, dass beide Maedels so interessiert waren ob meiner Seltsamkeit(dabei bin ich eigentlich echt nicht religioes… war noch nicht einmal in der Kirche hier…) und Kim immer in so einem jetzt-hoert-auf-und-benehmt-euch – Ton und mit so einem entschuldige-meine-kinder-haben-da-keinen-ANstand – Blick meinte: Das ist, weil sie katholisch ist (und jetzt Ruhe – zwar nicht gesagt, aber bestimmt gemeint
)
War ihr peinlich, dass die Kids so gefragt haben. Aber ich hab da kein Problem mit. WIe schon gesagt, mein religioeser Eier ist sehr sehr begrenzt.
Mh, danach sind wir dann Abendessen gegangen, in Sedona-City… Oder so… Und dann heim.
War reichlich spaet. ABer ein netter Tag, doch. Definitiv.
Und J, T und ich hatten so einen Spass auf der Rueckbank =D Herrlich, wenn man so silly sein kann.
Naja, und dann heute. Tag der Rueckreise. Oma hat den Maedchen Waffeln gemacht zum Fruehstueck und die aber in so riesenstreifen geschnitten.
Und da ich des oefteren beobachten durfte, wie Ks kleiner Mund von recht kleinen Bissen ueberfuellt wird und sie dann alles ausspuckt… Yum… Naja, ich hab ihr dann angeboten, ihre Streifen in Stuecke zu schneiden – und da meint die Oma in so einem steif-verbietend-beleidigten Ton: “C., they are good the way they are. The girls ate a whole Waffle already. Just. Like. That.”
Ja, vielleicht ist es nicht ganz rechtens von mir, mich einzumischen. Sie sieht ihre Enkel ja nur 2 oder 3 mal im Jahr. Aber ich will doch nur helfen. Da braucht sie mich doch nicht gleich so anzublaffen, das war nicht gerade schoen.
Hab dann die naechste Gelegenheit ergriffen, da raus zu kommen – John hat mir angeboten, mit ihm und Kim ganz kurz zur Mall zu fahren, weil Kim etwas besorgen musste. Ich hab mich auch brav verischert, dass das fuer die Oma ok ist, wenn ich auch mitgehe und sie die Kids dann allein hat – und dann bin ich ins Auto gehuepft.
Ich wusste ehrlich nciht, wie ich mich Grammy gegenueber verhalten sollte. Die dreiviertelstunde Abstand hat geholfen.
Und dann gegen Mittag sind wir die Uroma aus ihrer Residenz holen gefahren, um mit ihr Mittag zu essen.
Die schien mir sehr nett – und ich fand’s gut, dass sie raus kam und ihre Urenkel um sich hatte und Kim hat sich auch gefreut, ihre Oma bei sich zu haben.
Und nach dem Lunch haben wir sie dann wieder abgesetzt und Grammy hat uns zum Flughafen gebracht.
Um 4 sind wir losgeflogen und gegen 8:30 waren wir wieder ganz zuhause.
Und jetzt ist es spaet und ich gehoere ins Bett.
Gute Nacht.