Es ist so unglaublich, aber heute in einer Woche bin ich schon in den USA…
Ich kann es wirklich kaum glauben. “Das ist so unrealistisch.” – Wie oft habe ich diesen Satz in den letzten Tagen gesagt?
Mittlerweile ist mein Visum da, die Rechnung von CC ist bezahlt, meine Koffer liegen halb gepackt auf dem Boden… Aber irgendwie ist das einzige, was ich mir im Moment wünsche, die Zeit anhalten und noch ein wenig länger in Deutschland bleiben zu können. Es ist verrückt, früher konnte ich es nie nachvollziehen, wenn andere Aupairs von ihren Zweifeln berichtet haben. Es ist nur einfach so, dass im Moment einfach alles so gut läuft und ich mir nicht vorstellen kann, zu gehen.
Na ja, da muss ich jetzt durch. Ich habe so lange davon geträumt, als Aupair ins Ausland zu gehen und ich bin mir sicher, dass es das richtige ist. Jenny hat mir vor ein paar Tagen folgendes bei Facebook geschrieben: “du wird eine so super zeit haben und wenn du fertig bist mit eine-super-zeit-haben, kommst du wieder und wir sind immernoch da! Und dann essen wir wieder glitzerkuchen und verzieren unsere pinken leuchte hüte mit barbie-aufklebern!!! :*****”
Ich wusste echt nicht, ob ich lachen oder weinen sollte… Ich habe meine Freunde so lieb und ich bin mir sicher, dass unsere Freundschaft auch die Entfernung überstehen wird. Ich würde sie trotzdem am liebsten einfach alle mitnehmen…
Meine letzte Woche… ich weiß noch gar nicht genau, wie diese aussehen wird. Morgen früh werde ich erstmal mit meiner Mama und meiner Oma einkaufen fahren. Ich brauche noch einen Adapter… Ich werde an Elektrogeräten, die eine Steckdose benötigen, nur meinen Laptop und das Aufladegerät für die Akkus meiner Kamera mitnehmen. Für die brauche ich zum Glück keinen Spannungsumwandler, sodass mir ein einfacher Adapter reicht. Ansonsten will ich auch alles, was ich sonst noch so brauche, schon morgen kaufen, damit ich mich da in den letzten Tagen nicht mehr drum kümmern muss und auch nichts wichtiges vergesse. Nachmittags dann zum letzten Mal ins Behindertenwohnheim, in dem ich zwei mal pro Woche ehrenamtlich war. Dann heißt es also schon zum ersten Mal Abschied nehmen
Mittwoch fahre ich dann eventuell mit meinen Freunden nach Münster und besuche Melanie… Sie werde ich dann wohl auch schon zum letzten Mal sehen
Abends ist dann ja auch wieder Fußball
Mein Vater meinte schon, dass er Angst hat, dass wir ins Finale kommen, weil wir ja mitten in der Nacht losmüssen und er eigentlich früh schlafen gehen wollte
Donnerstag hat dann meine Mama Geburtstag. Ich bin im Nachhinein doch total froh, dass ich erst eine Woche später fliege. Es wäre sicher total stressig geworden und ich finde es schön, auf ihrem Geburtstag doch da zu sein…
Ja, und dann ist schon Wochenende… Dafür habe ich noch nichts genaueres geplant, weil unser ehemaliges Tageskind übers Wochenende mit seiner Familie in Paderborn ist und ich sie unbedingt sehen will. Das ist mir einfach viel wichtiger, als eine Abschiedsfeier zu organisieren. Die Kleine bedeutet mir einfach so viel und ich hab sie so lieb… Mit meinen Freunden werde ich dann wohl eher spontan schauen, was wir noch machen. Am Sonntag werde ich mich von meiner Familie verabschieden, was mir auch auf keinen Fall leicht fallen wird. Gestern hatte mein Vater Geburtstag, und als ich mit meiner Oma darüber gesprochen habe, dass ich bald fliege, hatte ich das Gefühl, dass sie Angst hat, nicht mehr da zu sein, wenn ich wiederkomme. Es tut mir so leid, dass ich sie so traurig mache
Ich weiß, dass es sehr schwer wird, ihr Tschüss zu sagen. Ich kann sie einfach nicht weinen sehen…