Mo Okt 22, 2007 4:36 pm
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Stimmung: Sleepy ]
An diesem Wochenende war bei mir einiges los!
Alles fing erstmal damit an, dass wir am Samstag unser naechstes cluster-Treffen hatten, wo wir diesmal zu einem American Football-Spiel gehen sollten. Meine Counselerin Judy hatte uns allen eine Mail geschrieben, dass wir uns das Spiel “meiner” Universitaet UCLA gegen die Universitaet von Berkeley anschauen wuerden.
Als ich das meinen Gasteltern erzaehlt hab, haben die gemeint, dass das ein Topspiel waere (so etwa wie bei uns ein Spiel zweier guter Fussballvereine) und dass es ja erstaunlich sei, dass Judy dafuer Karten bekommen haette!
Tja, am Freitagmittag schickt uns die Dame dann eine weitere Mail, in der sie uns mitteilt, dass sie die Karten noch gar nicht hat, sondern eigentlich am Spieltag kaufen wollte, und dass ihr nun leider zu Ohren gekommen ist, dass das Spiel ausverkauft waere… Hallo?! Selbst ich als Football-Laie haette ihr prophezeien koennen, dass so ein Spiel wahrscheinlich schon Wochen vorher ausverkauft ist, geschweige denn am Spieltag selbst!

Natuerlich waren ich und viele der anderen dann sauer, und ausserdem auch enttaeuscht, denn ich hatte mich wirklich sehr darauf gefreut, einmal ein richtig amerikanisches Football-Spiel mitzuerleben 
Doch dann kam meine wunderbare Gastfamilie ins Spiel! Die waren naemlich voller Mitgefuehl, weil ich so enttaeuscht war, und ausserdem hatte Kyle extra ein paar Tage vorher zusammen mit mir ein Spiel im Fernsehen angesehen und hat mir die Regeln erklaert (wenn ich auch nur das groebste verstanden hab
).
Also haben sie sich vor den PC gesetzt und rausgefunden, dass genau an jenem Freitagabend im Stadion der oertlichen Highschool ein Football-Spiel stattfindet… und schon war beschlossen, dass sie – sprich Kyle, seine Eltern und Teddy – mit mir dort hingehen!
Das haben wir dann auch gemacht, und es war sooo lustig!
Tanzende Cheerleader, eine Kroenung der “Homecoming Queen”, eine Halbzeitsshow und abschliessend ein kleines Feuerwerk – bei diesem Spiel gab es alles, was ich mir von einem amerikanischen Football-Spiel so vorgestellt haette! Und es war sehr lustig mitanzusehen, wie Kyle und die Grosseltern immer verzweifelt sind, weil das Team von Manhattan Beach so schlecht gespielt hat… waehrend des Spiels hab ich dann uebrigens auch so einigermassen verstanden, worum es eigentlich geht und wie es funktioniert 
Am Samstag haben wir dann zum cluster-Treffen als Ersatz fuer das Spiel das Getty-Museum in Los Angeles besucht. Dort gibt es viele verschiedene Sachen; Gemaelde, Skulpturen, Fotografien, Gegenstaende… es war ganz okay, aber Football waere mir doch lieber gewesen 
Danach sind wir aber noch zu einem “Geheimtipp” gefahren, der sich echt gelohnt hat! Und zwar handelt es sich dabei um eine wunderschoene Gartenanlage auf dem Sunset Boulevard, genannt “Lake Shrine”. Der Name sagt es schon – dort gibt es einen kleinen See, der sehr schoen angelegt ist. Die Anlage ist anscheinend als eine Art Meditationsplatz fuer alle Mitglieder einer der grossen Religionen gedacht (Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus) – es gibt zum Beispiel eine kleine Kapelle, in der Bilder von jeder wichtigen Person dieser Religionen haengen.
Auf jeden Fall war das wirklich ein schoener Ort, fuer den sich das Hinfahren gelohnt hat!
Heute am Sonntag hab ich dann mal was ganz anderes unternommen – ich war naemlich surfen 
Das kam daher, dass Judy uns vor ca. einer Woche eine Mail geschrieben hat, dass das cluster noerdlich von uns fuer ihre Oktober-Aktivitaet – einem kleinen Surflehrgang – noch drei andere Au Pairs braucht, damit sie den ermaessigten Preis bekommen.
Eigentlich interessiert mich Surfen als Sport zwar nicht so sehr, aber ich wollte doch nicht in Kalifornien gewesen sein, ohne das mal ausprobiert zu haben
Also bin ich heute morgen bereits um 7 Uhr (!) mit Larissa, Jasmin und Catherine (die sich alle auch angemeldet hatten) nach Ventura gefahren – das ist ca. 1,5 bis 2 Stunden noerdlich von Los Angeles.
Dort haben wir uns bei der dortigen Counselerin Karen mit “ihren” Au Pairs getroffen und sind ab zum Strand… dort haben bereits unsere Surflehrer Chip und Katja auf uns gewartet. Nachdem sie an jeden einen dieser Neoprenanzuege verteilt hatten (ich haette nie gedacht, dass es so schwer ist, in diese Dinger rein- und wieder rauszukommen!!) und sich jeder ein Surfbrett geschnappt hat, ging es dann auch fast schon los…
Erst haben sie uns noch ein wenig erzaehlt, was denn so alles passieren kann beim Surfen und wie die Hilfesignale aussehen, was natuerlich sehr ermutigend war
und dann meinte Chip zum Thema Haie: “Ach, ich surf’ seit 15 Jahren, und ich hab noch nie einen Hai gesehen…”
- allgemeines Aufatmen -
Chip: “… der laenger als einen Meter war!”
- allgemeines Entsetzen –

Dann haben sie immer vier von uns gleichzeitig mit ins Wasser genommen und los gings… und ich habs tatsaechlich geschafft, auf dem Brett zu stehen und auf einer Welle zu surfen!
Gut, es waren nicht sonderlich hohe Wellen, aber trotzdem
die Balance auf diesem wackelnden, glitschigen Brett zu halten, ist naemlich gar nicht so einfach!
Viel zu schnell waren die paar Stunden dann leider auch schon wieder rum… aber es hat Riesenspass gemacht und sich wirklich gelohnt! Und nun kann ich immerhin sagen: ich war in Kalifornien und hab im Pazifik gesurft 
Als wir dann zu Karens Haus zurueckgefahren sind (wo das Auto stand), haben wir dann noch eine unangenehme Ueberraschung erlebt – waehrend wir am Strand waren, sind naemlich ueberall in Suedkalifornien aufgrund der Hitze und der sehr starken Winde der letzten Tage Buschfeuer ausgebrochen… ich weiss nicht, in wie weit das auch in den deutschen Nachrichten kommt.
Jedenfalls brennt es ganz in der Naehe von Ventura ebenfalls, was dazu fuehrte, dass die ganze Gegend dort voller Rauch war, und das war total unheimlich!
Wir sind durch das Tal gefahren, und rings um uns herum war alles in rostig-rotem Rauch. Der Himmel war nicht mehr blau, sondern hatte bis zum dunkelrot-schwarzen Horizont eine schmutzig braun-rote Farbe. Die Sonne war durch diesen Dunst nur als glutroter Ball zu sehen. Wir haben echt nur aus den Fenstern gestarrt und uns gefragt, was zum Teufel fuer ein Weltuntergangsfilm denn hier gefilmt wird… 
Sowas hab ich echt noch nie erlebt oder gesehen, und ich moechte es auch nicht unbedingt wiederholen
Als wir schliesslich ausgestiegen sind, haben die starken Winde ueberall feine Asche durch die Gegend geblasen, was man natuerlich sofort in die Augen kriegt… zum Glueck haben wir dann auf dem Weg nach Hause langsam wieder blauen Himmel gesehen, und hier in der Gegend von Manhattan Beach brennt auch nichts. Aber ich kann von hier aus ganz in der Ferne den Rauch aus der Gegend um Malibu sehen, wo die Feuer anscheinend gerade ziemlich schlimm wueten und die Leute evakuiert werden muessen. Ich hoffe, dass die Feuerwehren das bald in den Griff kriegen!
So, das war jetzt ein lander Bericht fuer ein ereignisreiches Wochenende
und morgen beginnt wieder der Alltag… uebrigens hab ich viele neue Bilder von allem, aber irgendwie will meine Homepage gerade nicht so, wie ich es moechte
ich werde versuchen, die Bilder trotzdem die naechsten paar Tage draufzustellen!